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Ärzteversorgung soll engmaschiger werden

Ärzteversorgung soll engmaschiger werden

Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier und Bezirksrätin Martina Hammerl setzen Schwerpunkte fest

Die flächendeckende medizinische Versorgung steht bayernweit und auch in der Region Landshut vor Herausforderungen. Viele Haus- und Fachärzte werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Einen Nachfolger zu finden, ist oft schwierig. Bezirksrätin Martina Hammerl und Stimmkreisabgeordneter Helmut Radlmeier wollen hier ansetzen. Zusammen könnten Bezirk und Freistaat ihren Teil dazu beitragen, dass das Netz der Ärzteversorgung engmaschiger wird.

Bereits erreicht wurde die Trennung des Planungsbereiches Landshut in drei Teilbereiche. Ein Planungsbereich zeigt auf, wo sich Ärzte niederlassen können und wo nicht. Innerhalb des alten Planungsbereiches, der die Stadt Landshut sowie 25 Gemeinden des nördlichen und mittleren Landkreises umfasste, konnten Hausärzte den Ort für ihre Praxis in der ganzen Region frei wählen. Die Folge war, dass sich in der Stadt Landshut viele Ärzte ansiedelten, während in den umliegenden Gemeinden ein Mangel herrschte. „Die Trennung von Stadt und Landkreis in die Mittelbereiche Landshut, Geisenhausen und Essenbach ermöglicht eine bessere Steuerung der Niederlassungsmöglichkeiten. Die hausärztliche Versorgung wird wohnortnäher“, fassen Bezirksrätin Hammerl und Landtagsabgeordneter Radlmeier zusammen.

Stipendienprogramm

Ein weiterer Baustein für eine bessere medizinische Versorgung sei das vom Bezirk Niederbayern gestartete Stipendienprogramm für angehende Mediziner, führt Hammerl aus. Medizinstudierende, die nach dem Abschluss des Studiums als Assistenzarzt in einem der Bezirkskrankenhäuser in Niederbayern tätig werden, werden künftig vom Bezirk mit einem Stipendium unterstützt. „Beispielsweise in der Kinder- und Jugendpsychiatrie steigt der Bedarf an Ärzten stetig. Mit dem Stipendium wollen wir hier gegensteuern“, erläutert Hammerl.

Ergänzend dazu verweist Radlmeier auf ein Antragspaket, welches er mit seinen Kollegen des CSU-Arbeitskreises für Gesundheit und Pflege im Landtag derzeit ausarbeite. Darin enthalten ist auch eine Landarztquote: künftig werde ein bestimmter Prozentsatz aller Medizinstudienplätze für Medizinstudenten reserviert, die sich verpflichten, später als Arzt in unterversorgten Regionen, wie dem Teilbereich Essenbach, zu arbeiten. „Damit wollen wir mehr Ärzte dorthin bringen, wo sie wirklich gebraucht werden“, betont Radlmeier, Mitglied des Gesundheitsausschusses des Landtags.

Mehr Kinderärzte

Gebraucht werden nach Meinung von Hammerl und Radlmeier auch mehr Kinderärzte. Auf dem Papier sei man mit 24 niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten in der Region gut versorgt. In der Praxis aber stoßen die Kinderärzte an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Grund: Mehr und mehr Familien ziehen in die Region. Außerdem ist nicht nur die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen, sondern auch der individuelle Beratungsbedarf angestiegen. Mit dem 2015 in Kraft getretenen Versorgungsstärkungsgesetz habe der Bundesgesetzgeber hier eigentlich reagiert und eine Überarbeitung der Bedarfsplanung initiiert, bemerkte Radlmeier. Eigentlich hätte die neue Planung bereits zum Anfang des Jahres umgesetzt werden sollen. Geschehen ist bisher aber nichts. Ein Unding, wie Hammerl und Radlmeier finden. Hier müsse man auf allen Ebenen Druck machen und auf eine Umsetzung drängen. „Die Planung muss dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Wir brauchen einen weiteren Kinderarztsitz im Landkreis“, fordern Hammerl und Radlmeier.

„Die medizinische Versorgung in der Region Landshut ist sehr gut. Darauf darf man sich aber nicht ausruhen. Schritt für Schritt muss gezielt nachgebessert werden“, sind Hammerl und Radlmeier einer Meinung.

 

Bildunterschrift: Machen sich für eine verbesserte medizinische Versorgung in der Region stark: Bezirksrätin Martina Hammerl und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier.