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Für mehr Plätze in der Kurzzeitpflege!

Radlmeier: Brauchen mehr Plätze in der Kurzzeitpflege!

Abgeordneter zu Besuch im Caritas-Altenheim St. Wolfgang in Essenbach

Essenbach. Das Seniorenheim St. Wolfgang feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Nicht nur aus diesem Grund besuchte Helmut Radlmeier, direkt gewählter Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut, das Haus. Mit den Verantwortlichen diskutierte er über die Pflegereform und die Umstellung der Ausbildung in den Pflegeberufen. Auch der große Bedarf an Tages- und Kurzzeitpflegeplätzen wurde deutlich.

Dank der Pflegereform durch die drei Pflegestärkungsgesetze gibt es seit Januar 2017 grundlegende Veränderungen und Verbesserungen im Pflegesystem. Ein halbes Jahr nach ihrer Einführung informierte sich Helmut Radlmeier, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege, in Essenbach bei Heimleiter Andreas Mayer, Roswitha Straßer, Referentin für stationäre Pflege der Caritas Regensburg, und Pflegedienstleiterin Margit Stauber über die Folgen der Reform.

Mehr Kurzzeitpflegeplätze

Radlmeier sprach auch das Thema Kurzzeitpflege an. Menschen mit Pflegebedarf können dadurch vorübergehend stationär versorgt werden. Dies ist beispielsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt bei längerem Erholungsbedarf sinnvoll oder wenn die pflegenden Angehörigen einmal Urlaub machen oder verhindert sind. Schon seit einiger Zeit macht sich der Gesundheitspolitiker für den Ausbau der Kurzzeitpflege stark. Hier gibt es bayernweit einen Mangel. St. Wolfgang bietet solche Plätze an, wenn auch nur „eingestreut“. Das bedeutet, dass die Plätze nur dann für Kurzzeitpflege zur Verfügung, wenn gerade kein Bewohner auf Dauer diesen Platz nutzt. Solitäre, sprich für die Kurzzeitpflege reservierte Plätze sind dagegen Mangelware.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Kurzzeitpflegegäste verursachten einen erhöhten Personalaufwand bei Verwaltung, Versorgung, Pflege und Betreuung. Der sei aber in der Pflegesatzkalkulation nicht abgebildet. Hinzu komme das Belegungsrisiko aufgrund der Kurzfristigkeit der Aufnahme und saisonale Nachfrageschwankungen. Die Heime stehen vor dem Problem, dass sie Zimmer für Kurzzeitpflege freihalten müssten, die dann aber nicht gebraucht werden, wie Heimleiter Mayer erläutert. Auch Roswitha Straßer, die für den Caritasverband der Diözese Regensburg 50 Einrichtungen betreut, betonte: „Wir können keine Zimmer freilassen“. Dagegen sprächen sowohl wirtschaftliche Aspekte als auch der Bedarf, der einfach zu groß sei. Jedes Zimmer werde gebraucht.

Initiative im Landtag

Alles nachvollziehbare Gründe, wie Radlmeier findet. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen im CSU-Arbeitskreis für Gesundheit und Pflege will er deshalb einen Antrag in den Gesundheitsausschuss des Landtags einbringen, um die Situation zu verbessern. „Wir wollen die Entwicklung von Bedarf und Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen in Bayern sowie etwaige wirtschaftliche Restriktionen bei den Pflegeeinrichtungen genau analysiert haben. Es soll außerdem geprüft werden, inwiefern auf Bundesebene bezüglich der Refinanzierung der Kurzzeitpflege Handlungsbedarf besteht. Zudem sollte untersucht werden, wie die besonderen Belastungen der Pflegeeinrichtungen, die im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Kurzzeitpflegeplätzen entstehen, im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel abgefedert werden können. Wir brauchen mehr Plätze in der Tages- wie auch in der Kurzzeitpflege“, führte Radlmeier aus.

Weiteres Problem ist der Mangel an Fachkräften, die in der Pflege arbeiten wollen. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt in ganz Deutschland. Pflegekräfte werden händeringend gesucht. Auch wenn in St. Wolfgang vergleichsweise viele Pflegekräfte im Einsatz sind, fehlt es für einen Ausbau der Kurzzeitpflege an Personal. Abhilfe könnte die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung schaffen, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Künftig werden die drei Ausbildungsrichtungen – Kinderkranken-, Kranken- und Altenpflege zusammengelegt. Dadurch soll das Berufsfeld attraktiver werden. „Die generalistische Ausbildung ist uns ein Herzensanliegen“, unterstrich Straßer.

„Die Attraktivität der Pflegeberufe müssen wir weiter steigern und für gut geführte Häuser wie hier in Essenbach aktiv werben“, fasste Radlmeier zusammen.

 

Bildunterschrift (v.r.): Heimleiter Andreas Mayer, Roswitha Straßer von der Caritas und Pflegedienstleiterin Margit Stauber stellten Stimmkreisabgeordneten Helmut Radlmeier das Seniorenheim St. Wolfgang mit seinen 74 Bewohnern vor.