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Heimaufsicht: Wohl der Bewohner im Vordergrund

Wohl der Bewohner im Vordergrund

Helmut Radlmeier im Austausch mit neuer Heimaufsicht

Landshut. Die Landshuter Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA), so die offizielle Bezeichnung der Heimaufsicht, wurde vor kurzem neu besetzt. Mit Michael Graf-Kopetzky traf sich Helmut Radlmeier, Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut, um sich mit ihm über sein neues Tätigkeitsfeld auszutauschen. Graf-Kopetzky folgt Franz Linzmeier, der seit kurzem neuer Senioren- und Behindertenbeauftragter der Stadt ist.

Schon nach wenigen Wochen Einarbeitungszeit zeigte sich Graf-Kopetzky voll informiert. „Alles steht und fällt mit dem Personal“, wusste Graf-Kopetzky zu berichten. Grundsätzlich seien hier alle Heime auf dem Stadtgebiet gut aufgestellt. Die Fachkraftquote von 50 Prozent werde grundsätzlich eingehalten. Allerdings gäbe es auch keine allzu deutlichen Ausreißer nach oben, da in der Region schlichtweg die Pflegekräfte fehlten.

Gesetzesänderung geplant

Radlmeier und Graf-Kopetzky diskutierten ebenso eine geplante Gesetzesänderung, die der Heimaufsicht mehr Durchsetzungsfähigkeit geben soll. Nach Todesfällen in einem unterfränkischen Altenheim sollen die Fachaufsichten für Pflegeeinrichtungen bei Mängeln schneller und strenger eingreifen können. Zwar kann die FQA schon heute bei einem schwerwiegenden Mangel eine unverzügliche Anordnung aussprechen. Bei geringeren Mängeln hat die FQA aber meist nur eine beratende Funktion, auch wenn wiederholt Mängel in einem Heim festgestellt wurden. Die aktuellen Überlegungen gehen dahin, dass bei erstmaliger Feststellung eines Mangels eine Beratung erfolgt. Bei wiederholter Feststellung ist dann eine Anordnung Pflicht. Bisher ist sie optional. „Aus kann wird muss“, fasste Radlmeier, Mitglied des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag, den Kern der geplanten Gesetzesänderung zusammen.

Anordnungen wegen wiederholt festgestellter oder erheblicher Mängel seien in letzter Zeit in der Stadt Landshut nicht erforderlich gewesen. Alle 15 Senioren-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen würden von der Aufsicht turnusgemäß einmal jährlich und gegebenenfalls auch anlassbezogen geprüft. „Erhebliche Mängel wurden bei den zuletzt stattgefundenen Prüfungen nicht festgestellt. Aber wir haben einen genauen Blick auf das Beschwerdemanagement in den Einrichtungen. Wir sehen uns an, wer sich über was beschwert hat. Das Wohl der Bewohner steht bei uns absolut im Vordergrund“, machte Graf-Kopetzky deutlich.

Enger Austausch

Um die hohe Qualität in den Landshuter Einrichtungen zu halten, sei der enge Austausch mit allen Beteiligten entscheidend. So stehe die Heimaufsicht im regelmäßigen Kontakt mit den einzelnen Einrichtungsleitungen und den Trägern, aber auch mit den Bewohnervertretungen und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), der ebenfalls Seniorenheime kontrolliert. Gleiches gelte für die Vertreter der Heimaufsicht des Landkreises. Hier gebe es monatliche Treffen, um sich eng abzustimmen.

Eine enge Zusammenarbeit vereinbarten auch Graf-Kopetzky und Radlmeier: „Als Mitglied im Gesundheitsausschuss und im Landesgesundheitsrat interessiere ich mich sehr für die Belange der Fachaufsicht. Ziel muss es sein, die Anliegen aller Beteiligten so eng abzustimmen, dass die bestmögliche Pflege erreicht wird. Dazu gehört auch, dass die Arbeit der FQA nicht durch übermäßige Auslegung des Datenschutzes eingeschränkt wird“, betonte Radlmeier, der Graf-Kopetzky für seine neue Aufgabe viel Erfolg wünschte.

Bildunterschrift: Über die Arbeit der Heimaufsicht tauschten sich Aufsichtsleiter Michael Graf-Kopetzky und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (l.) aus.