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Mosterei: „Obstsaft pur von Mutter Natur“

„Obstsaft pur von Mutter Natur“

Helmut Radlmeier besucht Mosterei

Neufahrn. Nicht weniger als 400 verschiedene Apfelsorten zählt Jürgen Pompe sein Eigen. Die verarbeitet er in seiner eigenen Mosterei. Helmut Radlmeier, Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut, informierte sich in Pompes Mosterei über dessen Arbeit. Auch im Landtag sind Mostereien ein Thema.

Der Landwirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtages hat auf Initiative der CSU-Fraktion einen Antrag auf den Weg gebracht, der sich mit den Mostereien im Freistaat befasst. Die Staatsregierung wird darin aufgefordert, zu berichten, wie man Mostereien unterstützen kann, etwa durch Investitionszuschüsse oder anderweitige Möglichkeiten.

Um sich in der Region Landshut ein Bild vor Ort zu machen, besuchte Helmut Radlmeier Jürgen Pompe. Dieser besitzt in den Gemeinden Neufahrn und Ergoldsbach fünf Streuobstwiesen. Das dort gesammelte Obst mostet Pompe auf seinem Betrieb in Einkreut bei Langenhettenbach selbst. Seit 2003 wird dort das Obst zu naturtrübem Saft und zu Apfel-Birnen-Most verarbeitet. Neben den 400 Apfelsorten kann Pompe mit über 70 Birnensorten und 50 verschiedenen Zwetschgen- und Quittensorten aufwarten. Daneben imkert er mit 42 Bienen-Völkern – und das alles im Nebenerwerb. Verkauft wird im eigenen Laden in Winklsaß. Die produzierten Waren seien natürlich Bio, Pflanzenschutzmittel setze er nicht ein, so Pompe. „Wir sind ein zertifizierter Betrieb nach EU-Öko-Verordnung. Obstsaft pur von Mutter Natur – so lautet unser Motto.“

Eigenes Obst pressen lassen

Wer selbst Obst habe, für den bieten Pompe und seine Frau an, es preisgünstig pressen zu lassen. Gepresst werde von Mitte August bis Anfang November. Pro Tag brächten dann 20 bis 40 Privatleute ihr Obst zum Mosten. Insgesamt habe man hunderte Kunden aus dem ganzen Landkreis. Auch der Lehr- und Beispielbetrieb für Obstbau Deutenkofen lasse sein komplettes Obst hier pressen, oft mehrere Tonnen am Tag, schildert Pompe.

Wenn sich Pompe einmal nicht um seine Streuobstwiesen oder die Mosterei kümmere, dann biete er in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband für Gartenbau und dem Bezirksverband Veredelungs- und Baumschnittkurse an. „Wir haben einen Schulungsraum eingerichtet. Damit lernen die Schüler vor Ort sowohl Theorie als auch Praxis“, führt Pompe aus. Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier zeigte sich von Pompes Engagement tief beeindruckt: „Das ist mehr als ein Hobby. Man merkt sofort, mit welch großer Leidenschaft hier gearbeitet wird.“

Mostereien unterstützen

Pompe liege damit voll im Trend, so der Abgeordnete. Immer mehr Menschen entdeckten die Vorteile regionaler Bioprodukte. Gleichzeitig pflegten die Besitzer von Streuobstwiesen die wertvolle Kulturlandschaft Bayerns. In Zeiten einer zunehmenden Entfremdung weiter Teile der Bevölkerung von der Natur sei das umso wichtiger, so Radlmeier. „Diese wichtige Arbeit wollen wir gezielt unterstützen. Wir wollen wissen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt“, erläutert Radlmeier den Hintergrund des CSU-Antrags.

Auch Pompe wünschte sich eine gezieltere Förderung. Gerade kleine Mostereien bzw. Inhaber von Streuobstwiesen fielen wegen bestimmter Vorgaben zu Mindestgrößen oft durchs Raster. Gleiches gelte für die Modernisierung der Maschinen. „Vereine und Genossenschaften, die mosten, stehen vor dem gleichen Problem: Oftmals übersteigen die Kosten für die Modernisierung der in die Jahre gekommenen Anlagen die Eigenmittel. Hier muss man ansetzen“, hielt Radlmeier fest.

 

Bildunterschrift: Jürgen Pompe (2.v.l.) zeigte dem Stimmkreisabgeordneten für die Region Landshut, Helmut Radlmeier (l.), dem Ortsvorsitzenden der CSU Winklsaß, Anton Stadler (2.v.r.), und dessen Stellvertreter Richard Maier seine Mosterei.